Psycholgische Bedeuetung: Druck erzeugt Gegendruck, Rache für erlebtes Leid
Wissen:
Wir kennen ihn alle als verdauungsfördernd, appetitanregend, das Immunsystem stärkend und für die Stärkung der Ausscheidungsorgane. Die wenigsten wissen, dass man ihn auch bei depressiven Verstimmung, Wahnideen oder Episoden der totalen Erschöpfung einsetzen kann.
Diesen Zusammenhang spiegelt sich in dem deutschen Sprichwort: „Bitter im Mund und das Herz ist gesund“ wider.
Denn was passiert, wenn das Herz erschöpft ist? Wir sind kraftlos, resigniert, überfordert, nicht in unserer Mitte und stehen auch nicht zu unserem wahren Selbstwert. Das Herz, das Zentrum der Liebe, ist das Symbol der Selbstliebe. Hier wirkt sich aus, ob jemand ausreichend Eigenliebe besitzt, um für sich selbst zu handeln und sich selbst Gutes zu tun oder damit beschäftigt ist das AUSSEN zu befriedigen.
Und wenn wir nicht ausreichend für uns handeln und uns selbst genug lieben, werden wir eines Tages erschöpft und ausgelaugt sein. Es wird sich die Verdauung einstellen, der Appetit wird weniger, weil wir das Leben als solches nicht mehr in vollen Zügen in uns aufnehmen und schlussendlich fährt das Immunsystem runter.
Das hat zur Folge, dass wir im Laufe der Zeit innen Druck verspüren, einen Widerstand oder unter Umständen sogar zornig sind. Wütend über diese spürbare Ungerechtigkeit, die Zerrissenheit zwischen den eigenen Bedürfnissen und dem, was von uns gefordert wird.
Absinthium als homöopathisches Mittel steht weniger für „Rache“ im klassischen psychologischen Sinne (wie z.B. Staphisagria oder Nux vomica), sondern eher für eine extreme
Überreizung auf inneren oder äußeren Druck. Das kann als Bild für „Gegendruck“ verstanden werden: Der Körper (oder die Psyche) reagiert auf Belastung mit Überaktivität, Unruhe, Krampf oder Ausbruch aus der Kontrolle.
Wir dürfen lernen, dass Wut und Zorn etwas Menschliches ist. Diese Gefühle möchten uns zeigen, an welchen Stellen unsere Seele noch Schmerzen hat, in welchen Momenten unser inneres Gleichgewicht, unsere innere Ruhe und Gelassenheit, ins Wanken gerät und vielleicht sogar zu zerbrechen scheint. Gleichzeitig ist es wichtig zu erkennen, dass wir den Druck loslassen dürfen und das Leid, die Ungerechtigkeit oder die Kränkung erlösen dürfen.
Der homöopathische Reiz soll die Lebenskraft stimulieren, um körpereigene Heilungsprozesse anzuregen.

Anwendungen von Artemisia absinthium
Bei verschiedenen neurologischen Beschwerden eingesetzt, wobei im Vordergrund krampfartige Zustände, epileptische Anfälle, Tremor (Zittern) und Lähmungserscheinungen stehen, vor allem im Kindesalter.
Epilepsie: Der Epileptiker möchte unbedingt ein „normaler Mensch“ sein. Er beißt sich lieber auf die Zunge, als andersartige Erfahrungen aus dem Unbewussten preiszugeben. Starkes Anlehnungs- und Sicherheitsbedürfnis einerseits und hohes spirituelles Potenzial andererseits kämpfen gegeneinander.
Tremor = Zittern: Unterdrückte Emotionen machen sich bemerkbar: die Angst vor Auseinandersetzungen, zurückgehaltene Wut oder die ohnmächtige Hilflosigkeit.
Krampfartige Zustände: Es existiert der Wunsch, um jeden Preis ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Krampfhaft versucht er, diesem Ziel näherzukommen und alle Abweichungen im außen zu eliminieren.
Lähmungserscheinungen: Traditionen sind Wiederholungen bewährter oder auch sinnloser Lebenssituationen. Je deutlicher der ursprüngliche Sinn vergessen wurde, desto sinnloser und lähmender werden die Wiederholungen.
Meteorismus = Blähsucht: Gewisse Fähigkeiten sind nicht entwickelt, das führt dazu, dass bestimmte Lebensthemen nicht verarbeiten werden.
Pilzvergiftung: Der Glaube, dass etwas stärker und mächtiger sein könnte als derjenige selbst, löst Vergiftungsängste und konkrete Vergiftungserlebnisse aus.
Ruhelosigkeit: Der Mensch findet für sich keinen Rahmung, keine Sicherheit, er schützt sich, deshalb darf er nicht zur Ruhe kommen. Nur in der Aktion hat er das Gefühl, bereit zu sein für evtl. äußere Angriffe.








