April 21, 2026

Die Narzisse – ein Symbol der Selbstverliebtheit

Woher hat die Narzisse Ihren Namen – es gibt zwei Varienten die In Frage kommen!

Der mythologische Ursprung des Begriffs geht auf die Sage von Narziss zurück, die unter anderem in Ovids *Metamorphosen* erzählt wird. Narziss war ein außergewöhnlich schöner Jüngling, der die Liebe der Nymphe Echo und vieler anderer verschmähte. Zur Strafe verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild, das er in einer Quelle erblickte. Gefangen in dieser unerfüllbaren Liebe konnte er sich nicht mehr von seinem Anblick lösen und starb schließlich daran. An der Stelle seines Todes soll die erste Narzisse erblüht sein.

Auch etymologisch lässt sich der Begriff deuten: Möglicherweise leitet sich der Name vom griechischen Wort „narke“ ab, was so viel wie Betäubung oder Taubheit bedeutet. Dies verweist auf die berauschende Wirkung des intensiven Dufts einiger Narzissenarten. Die Verbindung zum schönen Jüngling ist jedoch die geläufigere kulturelle Erklärung.

Diese beiden Ursprünge lassen sich auch auf das heutige Verständnis von Narzissmus übertragen. Ein Narzisst wirkt oft wie in sich selbst verliebt und ist zugleich in der Lage, andere Menschen schnell zu faszinieren und gewissermaßen zu „betäuben“ oder in seinen Bann zu ziehen. Er ist gefangen in einem Bild von sich selbst, aber ohne echte Beziehung zu anderen Menschen. Er sieht nur die Oberfläche – und verhungert emotional daran. Hinter dieser äußeren Wirkung verbirgt sich jedoch häufig ein inneres Gefühl von Kleinheit, Unsicherheit oder Verlassenheit, emotionaler Leere. Um dieses verletzliche Innere zu schützen, entwickelt die betroffene Person ein Verhalten, das sie stark, überlegen und unangreifbar erscheinen lässt. Dieses innere, traurige Gefühl darf dabei nicht sichtbar werden, weshalb sich typische Muster und Symptome ausbilden, die genau diesen Schutz aufrechterhalten, denn er liebt nicht wirklich sich selbst – sondern die Vorstellung von sich, weil das echte Selbst zu schmerzhaft erscheint.

  • Gemüt: Hysterie, abgestumpft, stumpf (man ist hysterisch damit beschäftigt ist sich zu präsentieren und bekommt am Ende nicht von allen die Achtung und die Bestätigung die man für einen glücklichen tag benötgt?)
  • Husten: im Allgemeinen, Anhaltend/nervös, Keuchhusten (mit Konvulsionen) (Ich will jetzt so akzeptiert werden, wie ich bin)
  • Schlaf: Schläfrig (dieses Schauspiel täglich zu betreiben macht müde und zehrt den Menschen aus)
  • Fieber: Intermittierendes, chronisches Fieber, Wechselfieber (Wut über die Nichtbeachtung diverser Menschen)
  • Haut: Hautausschläge – absondernd, nässend/Bläschen/Erythem//Erythema nodosum/Papeln/Pusteln besonders bei nassem Wetter (negative, einsame Gefühle dürfen auf keinen Fall ins Licht kommen und bleiben unter der Haut)
  • Mund: Speichel zieht Fäden, Speichelfluss (reichlich)/trocken (die natürliche Verbindung zu anderen fehlt)
  • Magen: Flaues Gefühl (in Epigastrium)/Leeregefühl, Rumoren, Schluckauf, Sodbrennen (fixierte Ziele verhindern den Lebensfluss, keine Sicherheit, kein Schutz, keine wirkliches Verdauen ohne dicke Luft zu verbreiten

Übertragen auf den modernen Begriff Narzissmus:

  • starke Fixierung auf das eigene Selbstbild
  • Schwierigkeiten mit echter Nähe und Empathie
  • Bedürfnis nach Bewunderung statt echter Verbindung

 

„narke“ → Betäubung und Wirkung auf andere

Die mögliche Wortwurzel narke („Betäubung“) passt erstaunlich gut dazu, denn der Duft der Narzisse: schön, intensiv – aber nicht unbedingt nachhaltig oder ungefährlich.

  • Narzisstische Menschen können charismatisch, faszinierend, „berauschend“ wirken
  • andere fühlen sich angezogen, fast wie in einen Bann gezogen
  • gleichzeitig ist diese Wirkung oft oberflächlich oder instabil

Innerer Kern vs. äußere Fassade

Der entscheidende Punkt ist:

  • Außen: groß, stark, besonders, überlegen
  • Innen: oft unsicher, klein, verletzt oder leer
  • Dieses innere Gefühl darf nicht sichtbar werden, weil es als bedrohlich erlebt wird.
  • Deshalb entsteht eine Art Schutzmechanismus.

Typische „Symptome“ oder Strategien daraus

Um dieses verletzliche Innere zu verstecken, entwickeln sich häufig Verhaltensmuster wie:

  • starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Bestätigung
  • Abwertung anderer, um sich selbst größer zu fühlen
  • geringe Kritikfähigkeit (Kritik trifft direkt den wunden Kern)
  • Schwierigkeiten mit echter Nähe (weil Nähe Verletzlichkeit bedeutet)
  • Wechsel zwischen Überlegenheit und innerer Leere
  • „Love Bombing“ oder intensives Charisma am Anfang von Beziehungen
  • Kontrolle oder Manipulation, um das Selbstbild zu stabilisieren

 

Die Verbindung in einem Bild

Man kann alles zusammenfassen wie eine moderne Version des Mythos, ” Er liebt nicht wirklich sich selbst – sondern die Vorstellung von sich, weil das echte Selbst zu schmerzhaft erscheint”.

  • Der Narzisst ist wie Narziss am Wasser
  • Das Spiegelbild = das idealisierte Selbstbild
  • Die Betäubung = Wirkung auf sich selbst und andere
  • Der tragische Kern = Einsamkeit trotz „Selbstliebe“

Die Narzisse wirkt wie ein Symbol der Selbstverliebtheit … doch ihre eigentliche Entdeckung liegt darin, dass sie uns zeigt: Wahre Entwicklung beginnt genau dort, wo wir aufhören, nur uns selbst zu betrachten.

 

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